Augenoptikermeisterin

Aufs Ganze gegangen: Augenoptikermeisterin!

(02/2008) Einiges ist neu, aber vieles ist auch beim guten Alten geblieben: Zum Beispiel das rote Sofa, die gute Stimmung in der Belegschaft und die treuen Stammkunden. Augenoptikermeisterin Katrin Brüch, die den Betrieb ihres Lehrmeisters Kuno Karls in Hagenow übernommen hat, ist nach der Existenzgründung vor fünf Jahren nun einen großen Schritt weiter gegangen.

 Die Übernahme des traditionsreichen Betriebes, in dem sie 1992 ihre Lehre begonnen hatte, war Anfang 2003 verbunden mit der Anmietung der Geschäftsräume in der Immobilie des Vorgängers. Im Mittelpunkt standen zunächst das jeden Tag aufs Neue aufregende Wagnis der Selbständigkeit, die Festigung der Kundenbindung und die kleine Tochter Josefine, ungefähr zur gleichen Zeit geboren wie der eigene Betrieb.

Mit den Jahren wuchs die Sicherheit und das Selbstvertrauen, aber auch das Bedürfnis nach Veränderung und nach Weiterentwicklung. Warum eigentlich doppelte Miete für  Wohnung und Ladengeschäft bezahlen, wenn beides auch in einem Objekt vereint sein kann? Und da ist neben dem Wunsch nach Eigentum auch noch der nach einem Ladengeschäft mit großen Schaufensterflächen für kreative und  wechselnde  Dekorationen. Schließlich ist in Katrin Brüchs Geschäft alles eine Frage der Optik.

»Ohne meinen Mann Karel hätte ich das alles nie gewagt und nicht geschafft«, sagt die junge Unternehmerin. Während sie den Betrieb managt, ist ihr Mann trotz Vollzeitjob als Abwassermeister ihr ganz großer Rückhalt im Privatleben. Zu Tochter Josefine wird sich im Frühsommer dieses Jahres zudem das zweite Kind gesellen. Spätestens dann wird sich die Kombination aus Betrieb und Zuhause als wahrer Segen erweisen.
»Ich habe mich wirklich ganz schweren Herzens vom alten Stammsitz des Betriebes getrennt«, sagt Katrin Brüch. „Aber es war an der Zeit, die Weichen für die Zukunft neu zu stellen. Und ich habe eben nicht nur einen Betrieb, sondern eine Familie. Das gilt es zu vereinbaren.«

Das neue Geschäft verlangt noch nicht einmal den Stammkunden viel Veränderungsbereitschaft ab, denn es liegt quasi genau gegenüber vom alten Ladengeschäft auf der anderen Straßenseite. Das frisch sanierte Haus lockt zudem mit den von Katrin Brüch lang ersehnten großen Schaufensterflächen.
Die Eröffnung wurde kürzlich groß gefeiert und hat gleichermaßen die Stammkundschaft wie eine große Zahl von Neugierigen angezogen. Schließlich gab es, von Glücksfee Josefine gezogen, per Verlosung sogar einen Flachbildschirm-Fernseher zu gewinnen. Die Stammkunden freuten sich aber vor allem darüber, ihr geliebtes rotes Sofa und das antike Buffet auch in der neuen Umgebung wieder zu finden.
Fazit: Ein erfolgreicher Start in die zweite Phase und Katrin Brüchs Ideenkoffer für die Zukunft ist nach ihrer Aussage randvoll gefüllt.

 Quelle: NordHandwerk, Ausgabe Februar 2008. Text & Foto: Petra Gansen.

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