Kfz-Meister

Hausbesuche am Bootssteg: Kfz-Meister Enrico Wegner, Schwerin

(03/2007) Enrico Wegners Betrieb hat vier Räder und einen großen Laderaum. Seit dem Sommer 2006 ist der 28-jährige Kfz-Mechanikermeister alleiniger Chef und Mitarbeiter seines mobilen Bootsmotorservices in Schwerin.

Beruflich vorwiegend mit schnellen Autos befasst, galt Enrico Wegners Leidenschaft in der Freizeit immer schon dem motorisierten Bootssport. Klar, dass er auch hier bald jeden Motor so gut wie die sprichwörtliche Westentasche kannte. Das fanden auch die Bootsfreunde klasse, hatten sie doch immer einen hilfsbereiten und kompetenten Mechaniker in der Nähe.

Enrico Wegner weiß nicht mehr, wann genau es zum ersten Mal richtig in ihm kribbelte, das Hobby zum Beruf zu machen. Eigentlich lief die berufliche Entwicklung im Kfz-Handwerk gut. Er hatte bereits mehrere Betriebe kennengelernt und kam mit den jeweiligen Chefs und Kollegen bestens klar. 2003 legte er in Vollzeit auch noch seine Meisterausbildung nach. Es folgten noch ein paar Jahre als angestellter Meister, in dem er sein Gespür für den richtigen Umgang mit Kunden weiter verfeinern konnte. Damit legte er wichtige Grundlagen für das, was sich dann endlich Bahn gebrochen hat: Im Frühjahr 2006 kommt Enrico Wegner zur Handwerkskammer und trifft hier auf Betriebsberater Birk Palitzsch. Schnell finden die beiden einen Draht zueinander, zumal auch der Berater gerne mit dem Boot unterwegs ist. Sie teilen auf Anhieb die Begeisterung für die Gründungsidee.

Gemeinsam gehen sie das Unternehmenskonzept durch, Birk Palitzsch klopft alle Fördermöglichkeiten ab, um Enrico Wegner zu einem möglichst optimalen Start in die Selbständigkeit zu verhelfen. Wegners »Boot‘s Motoren & Antriebstechnik« legt dann mit der Eintragung in die Handwerksrolle und dem Kauf seines Servicemobils am 31. Juli 2006 offiziell los. Und der Start, der so gut vorbereitet wurde, gelingt auf Anhieb. Sein Bekanntenkreis von Schweriner Bootsbegeisterten wird zum Grundstock des Kundenstammes. Er wird einziger Servicepartner der Bootshalle Schwerin, wirft beim Bewerbungsverfahren zwei Konkurrenten aus dem Rennen. Er gründet ein Netzwerk mit Partnern, die ebenfalls im Bootssport tätig sind und sich gegenseitig weiterempfehlen. Er macht seine Sache richtig gut.

Auch privat ist Gründungszeit. Im Dezember 2006 kommt sein erstes Kind, eine Tochter zur Welt und das gibt der Motivation, eine tragfähige Existenz für die Familie aufzubauen, nochmals einen kräftigen Schub. Enrico Wegner investiert, schaltet unter » www.bootsservice-schwerin.de eine Internetseite, bleibt dabei aber immer ganz realistisch auf dem Teppich. »Wenn ich wachse, dann langsam«, so der Jungunternehmer. Natürlich hat er Wünsche und Pläne für die Zukunft, keine Frage. Aber alles soll genau überlegt sein. Wenn er Rat braucht, wendet er sich immer noch an Birk Palitzsch, »seinen« Betriebsberater bei der Handwerkskammer Schwerin.

Das erste Ziel steht bombenfest: Enrico Wegner will zur Nummer eins im Motorenservice für die etwa 6.500 Boote werden, die sich auf den Schweriner Seen tummeln. Hier liegt genügend Potential für ein einträgliches Geschäft, bei dem Enrico Wegner mit Flexibilität, Zuverlässigkeit, hoher Fachkenntnis, Kundenfreundlichkeit und vor allem viel Liebe zum Beruf punkten will. Denn was man richtig gerne macht, macht man auch richtig gut.

Quelle: NordHandwerk, Ausgabe März 2007. Text: Petra Gansen.

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